Hallo meine Lieben!
Nun ist es also soweit - meine erste Woche in Afrika ist vorbei!
Aber von Anfang an: nach einer Ca 31stündigen Reise inklusive einem mehrstündigen Aufenthalt am Flughafen Dubai kam ich endlich in Port Elizabeth an. Die Taxifahrt zum Hotel in dem ich die erste Nacht verbringen sollte führte gleich mal an etlichen Wellblechhütten, so groß wie unsere Abstellkammer, vorbei. Südafrika - das Land der extremen Gegensätze! Kinder, die im Müll spielen, neben rießen Villen, umrandet von Elektrozäunen und Stacheldraht. Auch mein Hotel war eines der Gebäude. Unglaublich schön, im Kolonialstil gehalten, mit allem Komfort den man sich nur vorstellen kann. Dennoch: das Wissen darüber, was sich vor der Tür abspielt, hinterlies doch ein etwas komisches Gefühl im Magen...
 |
| Hotelzimmer in Port Elizabeth |
Wie auch immer: nach einer ausgiebigen Dusche und einem tollen Abendessen (3 Gänge + Bier um 134 ZAR, also 10,20€) gings erst mal ins Bett und lange schlafen! Am nächsten Tag sollte ich gegen Mittag von den Kollegen abgeholt werden, da am Sonntag noch ein PhD Student aus Kanada ankam. Beim Warten auf die Email, ob sie mich vor oder nach dem Flughafen abholen, konnte ich gleich Bekanntschaft machen mit einer weiteren Südafrikanischen Besonderheit: Load shadding. Für 2 Stunden am Tag wird von der Regierung der Strom abgedreht... Keine Chance die Geräte zu laden oder Internet zu nutzen... Aber auch das haben wir irgendwie gemeistert (hab mich endlos lange mit der Dame an der Rezeption unterhalten, da ich irgendwann mein Zimmer räumen musste und immer noch keine Ahnung hatte, wann ich abgeholt werde) und unser Jeep fuhr vor.
Endlich Kennenlernen der Kollen (zumindest ein paar davon). Den restlichen Tag verbrachten wir mit Essen, einer erneuten Fahrt zum Flughafen um eine Kollegin abzuladen die uns an dem Tag verlies, einem weiteren Pubbesuch inklusive Manchester Derby und etlichen Bieren. Geschlafen wurde an diesem Tag in der Stadtwohnung unserer Nachbarn und Verwaltern des Reservates - 4 Personen, 2 Doppelbetten - da lernt man sich gleich mal etwas besser kennen! :)
 |
| Unser Jeep |
|
Am nächsten Tag ging es nach einem etwas exzessiven Shoppingmarathon (Lebensmittel und ähnliches für die nächste Woche musste besorgt werden) endlich Richtung Reservat und Richtung Heimat für das Jahr. Nach 3 Stunden Autofahrt bogen wir ins Reservat ein und wurden gleich mal von ein paar Vervet Affen begrüßt, die munter direkt vor uns über die Straße maschierten. The Great Karoo ist ein rießiges Naturschutzgebiet, in dem sich gleich mehrere Private Reserves hintereinander befinden. Unseren Affen sind im zweiten Reservat (Samara) und wir wohnen im letzten (Asanta sana). Die restliche Fahrt war geprägt von Begeisterungsrufen meinerseits, es schien als wollten mich etliche Reservatbewohner willkommen heißen. Kudus, Nashörner, Warzenschweine, Büffel und etliches anderes Getier säumten unseren Weg.
 |
| Unser Outdoor-Wellnessbereich - die Dusche |
 |
| Küchentür und Wohnwagen |
 |
| Das Zimmer von Chloe und mir |
 |
| Unser Wohnzimmer - chaotisch, aber durchaus gemütlich |
Das Haus selber ist klein, zweckmäßig und sehr gemütlich. Es besteht aus 3 Schlafzimmer (einmal Chris, die anderen beiden teilen wir 4 Mädels uns), einer Küche, einem Bad und einem großen Wohnzimmer. Und nicht zu vergessen: der Wohnwagen in dem der kanadische Kollege momentan haust. Die Dusche ist ein altes Wasserfaß und somit draußen, gleich neben der Küchentür. (tagsüber voll in Ordnung, nur abends nach der Arbeit ist es hier echt ziemlich kalt und dann wird das Ganze etwas... naja, nennen wir es mal challenging). Auch internettechnisch ist es momentan etwas schwierig, da es letzte Woche wohl einen Blitzeinschlag gab, der die Batterien der Solarpanelle lahm gelegt hat... solange das nicht repariert ist, gibt es Internet und generell Strom nur dann, wenn wir den Generator anwerfen der vor dem Schuppen steht (im ständigen Regen auch nicht immer möglich). Aber wir hoffen das Beste, und hoffen auf eine baldige Besserung der Situation! (Das der Techniker den Termin schon 2mal verschoben hat, brauch ich glaub ich nicht extra zu erwähnen!)
 |
| männlich, Infant (noch ohne Namen) |
Am Dienstag ging es dann gleich raus ins Feld, schließlich wollen 3 Gruppen von Affen gelernt werden, ich muss ja auch wissen, wen ich da gerade beobachte. Das ist echt eine Aufgabe, langsam (nach 4 Tagen) wird es etwas besser. Inzwischen seh ich Unterschiede in den Gesichtern der Kleinen, am Anfang sahen sie doch alle gleich aus. (Affe, schwarzes Gesicht - ok die Unterscheidung Männchen - Weibchen, Adult, Juvenil und Infant hab ich von Anfang an hingekriegt! ;) )
 |
| männlich, adult (Zabi) |
Feldarbeit ist anstrengend - 10 Stunden Arbeit jeden Tag, dann noch die 45minütige Fahrt hin und retour will man natürlich auch wieder. Unsere Tage beginnen entweder um 6:30 Uhr oder 8:30 Uhr bei den Affen - es kann sich also jeder ausrechnen wann wir da aufstehen bzw wann wir wieder daheim sind! Aber: es ist toll! Die Leute sind super (was auch gut ist, schließlich verbringen wir die nächsten Monate 24 Stunden am Tag miteinander) und die Affen sind extremst interessant und großartig zu beobachten. Ganz was anderes halt, als auf Video in einem Seminarraum! :)
Wettertechnisch ist es so, dass wir uns im afrikanischen Herbst befinden und gerade von einer Kaltfront gequält werden. Temperaturen von höchstens 10 Grad klingen nicht so schlimm, aber in einem Haus ohne Isolierung und Heizung, mit nassen Füßen im Feld (da hat kein wasserdichter Schuh eine Chance) und ständigem Regen wird das Ganze schon zu einer Herausforderung. Somit wurden heute beim 2wöchentlichen Shoppingtrip zum nächsten Supermarkt (Fahrzeit ca 1 Stunde) gleich mal Gummistiefel, Thermosocken und warme Hausschuhe für alle besorgt! :)
 |
| der Fluss, den die Affen (und somit auch wir) mehrmals täglich überqueren |
Landschaftlich ist es traumhaft hier und die Tier- und Pflanzenwelt ist natürlich unheimlich reichhaltig. Gerade, während ich auf unserer Terrasse sitze und das hier tippe, leisten mir 5 Nashörnern Gesellschaft, die in ca 10 Metern Entfernung unseren "Garten" abgrasen. :) Ja, das ist Afrika wie ich es mir vorgestellt habe!
In ein paar Minuten gehts zum samstäglichen Braai (BBQ) bei den Nachbarn, auf dem Heimweg hoffe ich zum ersten Mal auch den Elefanten zu begegnen, die immer wieder mal um unser Haus streunen und Autos zerdellen bzw Wasserfässer zerstören! :) (aber keine Angst, zu unserem Schutz vor den Tieren gibt es den sogenannten "Elefant-wire", ein Stromkabel das in ca 2,5 Metern Höhe einmal ums ganze Haus führt und die Tiere fernhalten soll - dieses hat aber wohl eher einen psychologischen denn einen reelen Effekt!) :)
Meine Lieben, ihr fehlt mir natürlich! Aber ich verspreche weiterhin
auch fleissig Fotos hochzuladen um euch wenigstens ein bisschen an dem
Ganzen hier teilhaben zu lassen!
 |
| Rhinos!!! |
Alles Liebe,
Kathi
Edit: dank der echt schlechten Quality of Experience was die Internetverbindung angeht, gibts den Post erst heute, am Sonntag! So ein Blogpost ohne Fotos ist dann doch etwas langweilig! Vorallem weil ich gestern extra ne halbe Stunde lang den Nashörnern rund ums Haus gefolgt bin um anständige Fotos zu bekommen!
Und: wieder keine Elefanten für mich...